Südafrika und der Widerstand gegen die Apartheid

Multimedialer Themenabend:

*** Nach meiner Reise im November/Dezember 2017 gibt es nun eine neue Vortragsreihe zu Südafrika und der Widerstand gegen die Apartheid – hier gehe ich neben den historischen Ereignissen auch sehr gern auf die aktuellen politischen Veränderungen in Südafrika ein. ***

Eine multimediale Präsentation mit anschließender Diskussion über die Geschichte und Gegenwart Südafrikas. Der Fokus liegt hierbei auf der Schwarzen Widerstandsbewegung gegen die Apartheid – die Rassentrennung Südafrikas, welche das Land gut ein Jahrhundert prägte und auch heute noch ein relevantes Thema ist. Mit einigen Videobeispielen, zahlreichen Bildern, vielen Liedern und persönlichen Ergänzungen soll die Widerstandsbewegung Südafrikas vorgestellt und im Anschluss offen diskutiert werden. Weitere konkrete Fragen zum Themenabend können gern an mich gestellt werden.

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Resistance in Johannesburg

Podcast Nr. 2: hier anhören  (6min)

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Tagsüber brennt die Sonne auf den Schultern und den Asphalt, viele Menschen sind unterwegs, ich führe ständig Gespräche über Politik und Widerstand, doch heute Abend regnet es ein wenig und das bringt Abkühlung und damit auch endlich mal ein wenig Pause und Ruhe, um ein paar Zeilen zu schreiben. Der Kontakt zu euch ist mir sehr wichtig und ich freue mich sehr über Austausch!

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Auf der Spurensuche des Anarchismus

Auch wenn ich bereits seit 1999 des Öftern in Spanien war und mein Vater auch heute noch immer wieder nach Spanien fliegt und von seinen Urlaubsreisen berichtet, so wusste ich von der Vergangenheit Spaniens so gut wie gar nichts. Welche Rolle spielte Spanien eigentlich in den beiden Weltkriegen und wie ist das politische Klima geprägt worden? Dass Franco nen Diktator war, war mir zwar noch bewusst, aber wie lange und intensiv er regierte, wie viele Menschen er erschießen lassen hatte, wusste ich auch nicht mehr so genau. So kam das spontane Angebot mit nach Spanien zu reisen mir und meiner Bildungslücke sehr entgegen.

Am vergangenen Sonntag bin ich also ganz spontan im Rahmen der Bildungsreise „Auf der Spurensuche des Spanischen Bürgerkrieges und libertärer Ideen in der Gegenwart und Vergangenheit“ mit nach Katalonien geflogen. Angekommen in Barcelona ging es erstmal in unser Hostel, welches etwas außerhalb, aber dafür in einer sehr entspannten und ruhigen Gegend lag. Insgesammt waren wir eine Gruppe von 23 Leuten, die sich in den folgenden 6 Tagen ausführlicher mit der Vergangenheit Spaniens und dem Anarchismus auseinander setzen wollten. Und jetzt, im Rückblick, möchte ich die wichtigsten Momente und Informationen zusammenfassen und ein paar Bilder der Reise präsentieren. Viel Spaß beim Lesen!

 

Am Placa Catalunya trafen wir auf Claudia, die uns in den folgenden Tagen begleitete und quasi unsere Referentin für die gesamte Zeit war. Sie ist Historikerin, lebt in Spanien und promoviert seit einigen Jahren zu Spaniens anarchistischen und bürgerkriegerischen Vergangenheit. Mit einigen Büchern und Fotos aus der Zeit gab sie uns einen guten Überblick, wie was wo abgelaufen ist.

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An dieser Stelle vielleicht ein kleiner Einschub von Wikipedia zu Spaniens Geschichte:

„Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Spanien größtenteils ein rückständiges Agrarland geprägt von feudalen Eigentumsverhältnissen, die wenige vorhandene Industrie konzentriert sich im Wesentlichen auf Katalonien und das Baskenland. Im Jahr 1923 übernimmt General Miguel Primo de Rivera die Macht und installiert eine Militärdiktatur, diese kann sich aber wegen der drängenden gesellschaftlichen Probleme nicht lange halten und 1931 wird Spanien zur Republik. Die ererbten politischen und sozialen Konflikte belasteten die Zweite Republik von Beginn an, bereits 1932 kam es zum ersten Putschversuch rechter Militärs unter Führung von General José Sanjurjo. Im Jahr 1934 ereigneten sich eine Reihe von linken und anarchistischen Aufständen, die zum Teil sehr blutig niedergeschlagen wurden. Die politische Instabilität, die vor allem von den extremen Vertretern linker und rechter Positionen und ihren paramilitärischen Verbänden, aber auch von Mitgliedern regulärer Sicherheitskräfte geschürt wurde, verschärfte sich nach dem Sieg der Volksfront aus linksliberalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien bei den Parlamentswahlen vom 17. Februar 1936.“ Quelle Festhalten lässt sich also an dieser Stelle, dass es in Spanien zu einer Anarchistischen Bewegung kam, die schließlich auch gewonnen hatte und das politische Klima prägte und soziale Leben bestimmte.

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Die Rambla, vergleichbar mit der Reeperbahn in Hamburg oder der Kröpi in Rostock, ist heute das Zentrum für Tourist*innen und dementsprechend auch immer sehr voll. Damals befanden sich einige kollektive Cafes, Volksküchen und andere soziale Räume, die für alle zugänglich waren. Die Menschen die in der Straße auf und ab gingen , trugen Blaumänner und symbolisierten damit eine neue Zeit: Die Zeit des gelebten Anarchismus und die politische Bestimmung durch die Arbeiter*innen. Dies ist natürlich eine verkürzte Darstellung und es war gewiss nicht alles super, denn auch innerhalb linker Bewegungen kam es zu großen Diskussionen, wie die zwischen Marx und Barkunin in der ersten Internationalen. Heute, dank der Gentrifizierung (kotz!) sind teure Restaurants, große Supermarkte und nur noch wenige Marktstände auf dieser Straße. Mieten sind teuer und nur einige Wohnungen zeigen sich nach außen hin politisch und fordern eine Wiederbesetzung der Rambla.

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„Im Juli 1936 putschen Teile des Militärs unter Führung von Generalissimus Francisco Franco gegen die Regierung, der Putsch ist nur in einigen Landesteilen erfolgreich und scheitert in den wichtigen politischen und industriellen Zentren des Landes (u. a. Madrid, Katalonien, Baskenland). Es folgt der Spanische Bürgerkrieg, in dessen Verlauf die Putschisten wichtige Hilfe durch das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland erhielten, während die liberalen Demokratien Frankreich und Großbritannien eine Nichteinmischungspolitik praktizierten und damit den Siegeszug Francos gegen die Republik begünstigten.“ Quelle

Eine entscheidende Schlacht in diesem Kontext fand an Spaniens größten Fluss „Ebro“ statt. Hier standen sich die roten (anarchistiscen, libertären, kommunistischen, antifaschistischen) internationalen Soldat*innen und die nationalistischen faschistsichen Soldaten gegenüber. Im Rahmen der Bildungsreise beschäftigten wir uns also auch mit der Strategie der Kriegsführung, mit den Menschen, die daran teilnahmen und vor allem auch der politische Kontext und die Bedeutung des Krieges für die Zweite Republik Spaniens. Mit der Schlacht am Ebro wollten die internationalen Brigaden beweisen, dass die Republik noch standhaft ist und dem Faschismus noch nicht unterliege. Daher hat man alle Kräfte an diese Front geschickt und um ein Gebiet gekämpft, was eigentlich strategisch gesehen nicht bedeutend war. Vielmehr handelte es sich um eine hüglige Wüstenregion, in der es auch kaum Dörfer gab. Das Ziel der Internationalen Brigaden war eine Straße, die für Infrastruktur der Faschisten hilfreich war. Man hoffte durch diesen Krieg darauf, dass sich internationale Kräfte (England, Russland, USA) mit einmischen und gemeinsam mit den internationalen Brigaden gegen den Faschismus kämpfen würden. Auch hat man darauf gehofft das Deutschland und Italien die Unterstütung Franco gegenüber aufgeben würde. Dies geschah allerdings nicht und der Krieg endete an der Stelle, wo er begonnen hatte; allerdings mit vielen Toten auf beiden Seiten.

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Damals war diese Gegend nicht bewirtschaftet und auch Bäume wuchsen noch nicht.

Weitere Bilder und Infos folgen….

1939 endet der Krieg mit dem Sieg der Nationalisten über das republikanische Spanien. Die Epoche der franquistischen Diktatur beginnt mit einer mehrjährigen Phase gewaltsamer Säuberungen und führte das Land in eine langanhaltende politische und gesellschaftliche Lethargie. Ebenso wie in anderen europäischen Ländern kam es auch in Spanien nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem Franco das Land heraushalten konnte, zu einem langen wirtschaftlichen Nachkriegsboom.[28] 1947 restauriert Franco die Monarchie in Spanien und ernennt Juan Carlos I. 1969 als Staatsoberhaupt zu seinem Nachfolger. Nach dem Tod des Diktators am 20. November 1975 leitet dieser einen Demokratisierungsprozess (span. Transición) ein. Mit der Verabschiedung der Verfassung 1978 wird Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie. Seit der Endphase der Diktatur und besonders während der Transition kommt es zu massiver Aktivität der ETA und anderer linker wie auch rechter Terrorgruppen. Im Jahr 1981 erfolgt noch einmal ein Putschversuch („23-F“) von rechten Militärs und Teilen der paramilitärischen Guardia Civil gegen die demokratische Regierung.

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