Rassismus in der Debatte um Asyl und Flucht

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich die aktuelle Debatte um Asyl und Flucht auf Rassismus untersucht. Wie werden Geflüchtete dargestellt, welche rassismusrelevanten Konzepte wirken und inwiefern spielen die Medien eine Rolle? Hier ein kurzer Einblick in die Einleitung:

„Selten hat ein Thema die Gesellschaft und Politik so stark polarisiert, vielleicht sogar gespalten, wie es aktuell in der Debatte um Asyl und Flucht geschieht. Dabei droht die Konstruktion einer homogenen nationalstaatlichen bzw. kulturellen Identität zu zerbrechen. Zu unterschiedlich sind die Meinungen zu dem Thema. Zu groß die Herausforderungen? Schaffen wir es oder schaffen wir es nicht? Dass Macht- und Herrschaftsverhältnisse in Frage gestellt werden, wenn 81 Prozent einer Bevölkerung ihrer Regierung die Handlungsfähigkeit abspricht, ist offensichtlich und sorgt für große Unsicherheit. Hierbei profitieren folglich rechtspopulistische Positionen, die rassistische Vorstellungen nutzen, um den geflüchteten Menschen die Schuld an allem zuzuschreiben. Geflüchtete werden als wesentlich „anders“, als „Belastung“ oder gar als „Gefahr“ konstruiert. Insbesondere durch eine Verknüpfung mit Ereignissen, wie den Terroranschläge in Paris oder den Übergriffe in Köln, lassen sich solche vereinfachten Erklärungen schnell verbreiten. Sie etablieren sich foglich unterschwellig in der Mitte der Gesellschaft. Dabei geraten die komplexen Lebens- und Fluchtgeschichten der verschiedenen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, sei es wegen Krieg oder Armut, wegen Verfolgung oder Hunger, in den Hintergrund. Zu dominant ist die Angst vor Veränderung, zu groß die Befürchtung, etwas vom Wohlstand abgeben zu müssen. Um Privilegien entsprechend zu sichern, wird der Ruf nach schärferen Asylrechtsgesetzen immer lauter und schließlich auch Realität. Der sogenannte Flüchtlingskoordinator und Kanzleramtsminister Peter Altmaier macht deutlich: „Wir haben in den letzten vier Monaten im Asylrecht […] gesetzlich mehr geändert als in den letzten 20 Jahren zuvor.“ Während beispielsweise die Parole Kriminelle Ausländer raus! vor einiger Zeit lediglich auf Plakaten extrem rechter Parteien stand und als offensichtlich rassistisch eher abgelehnt wurde, findet sich diese Forderung mittlerweile in Gesetzestexten wieder. „Rassismus in all seinen Varianten ist weiterhin ein[.] großes Problem in Deutschland. Das gilt sowohl für die institutionelle[.] Ebene wie für Medien, Politik und Alltag.“ Eine Problematisierung der (Re-)Produktion rassistischer Vorstellungen scheint daher, insbesondere im Kontext der Debatte um Asyl und Flucht, notwendig und sinnvoll zu sein.“

Und genau dies soll in der Arbeit geschehen. Rassismus soll als gesellschaftlich tief verankertes System verstanden, aufgedeckt und problematisiert werden. Mit Hilfe der Kritischen Diskursanalyse wird dies anhand von Beiträgen auf Tagesschau.de verdeutlicht. Dazu beziehe ich mich auf die Postcolonial Studies und Critical Whiteness Studies.

Das Literaturverzeichnis der Arbeit steht als PDF zum Download zur Verfügung: Literaturverzeichnis_public

Stop Rassismus

Für weitere Informationen, Vorträge oder Workshops zu diesem Thema und auch bei Interesse an der gesamten Arbeit (als PDF Dokument), wenden Sie sich einfach an mich. Kontakt

Hier ein Überblick zur gesamten Arbeit:

Inhaltsverzeichnis

Einleitung – 1

Hauptteil: Rassismus in der Debatte um Asyl und Flucht – 8

1. Begrifflichkeiten und Grundinformation über die Debatte – 8

1.1 Theoretischer Referenzrahmen zur Rassismusherleitung und Definition – 8

1.2 Hintergründe zum „Flüchtlingsbegriff“ und zur Konstruktion von „guten“ und „schlechten“ Geflüchteten – 14

1.3 Kontextdarstellung der Debatte um Asyl und Flucht – 19

2. Die Kritische Diskursanalyse im Kontext der Politikwissenschaften – 25

3. Methodische Vorbereitung: Eingrenzung der Kritischen Diskursanalyse – 31

4. Durchführung der Analyse: Beschreibung der Vorgehensweise – 35

5. Interpretation der Ergebnisse aus der Feinanalyse – 39

6. Gesamtinterpretation: Rassismus in der Debatte um Asyl und Flucht – 48

6.1 Die Entstehung des Otherings und das Konzept des Normalismus – 50

6.2 Kollektivsymbole und die Macht der Medien – 53

6.3 Rassistische Zuschreibungen in der Debatte um Asyl und Flucht – 57

6.3.1 Die Darstellung von Geflüchteten als Bedrohung für Europa bzw. Deutschland – 57

6.3.2 Die Konstruktion des Islams als terroristisches Feindbild – 60

6.3.3 Der Fokus auf „Ausländerkriminalität“ und die Vorstellung des „Asylmissbrauchs“  – 63

6.3.4 Die Annahme kultureller Unvereinbarkeit und die Forderung nach Integration. – 67

6.3.5 Probleme lösen durch Abschiebung und Verschärfung von Gesetzen – 70

6.4 Die wachsende Zustimmung rassistisch konnotierter Einstellungen – 74

Schlussbetrachtung: Reflexion und Ausblick – 76

Literaturverzeichnis – 84

Quellenverzeichnis der erwähnten Diskursfragmente – 92

Abkürzungsverzeichnis – 96

Abbildungsverzeichnis – 97

Anhang – 100

 

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